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Ein Blog über Themen rund um die Pflanze und andere Gartenbauthemen

Der Schnitt der Kiwi.

Seit ca.40 Jahren gibt es auch in Deutschland gut fruchtende Sorten. Kiwis sind Schlingpflanzen die warme sonnige Lage schätzen. Man unterscheidet zwei verschieden Arten darunter mehre Sorten.

Als erstes die wohl bekannteste  Actidinia chinensis, sagen wir mal die echte Kiwi, so wie sie uns auch der Lebensmitteleinzelhandel anbietet. Eier groß mit rauer haarigen  Schale.

Bis auf wenige Sorte ist diese Pflanzengruppe zweihäusig Das heißt Männliche und Weibliche Blüten sind auf zwei Häuser (Pflanzen ) verteilt. Möchte man nicht nur die guten und schnellwachsenden Klettereigenschaften, sondern auch Früchte muss man zwei Pflanzen also einmal die weiblichen Sorten plus einem Mann pflanzen oder man kann eine selbstfruchtende plus eine weibliche Sorte setzen.

Die herausragende Sorte ist „Hayward „mit übergroßen Früchten die ca. 3 Wochen nach der Ernte (Kurz vor dem Frost) im Lager reifen.

Eine fast ebenso gute Sorte mit gelben Fruchtfleisch ist „Kiwi Gold“

Selbstfruchtend und mit Hayward kombinierbar ist Solo mit halb so großen Früchten

Ebenfalls selbstfruchtend ist Jenny die bei uns aber nur sehr kleine Früchte ausbildete und faul im Ertrag war. Sie ist, wenn überhaupt nur als Befruchter mit einer guten großfrüchtigen zu verwenden. Warum gerade für sie immer wieder sehr viel Werbung gemacht wird können wir nicht verstehen.

Eine reine männliche Sorte also reine Befruchtersorte ist Atlas.

Eine Befruchtersorte kann man mit 2-5 weiblichen Pflanzen kombinieren, entweder dicht nebeneinander Pflanzen oder im Abstand von 3- 10 m.

Relativ Unbekannt aber immer wieder beworben sind die Actinidia arguta Sorten mit kleinen Stachelbeerartigen Früchten die man ab Ende September leicht vom Strauch essen kann. Zu dieser Zeit finden unsere Pflanzen bzw. ihre Früchte immer wieder ein reges Interesse über das Jahr hinweg ist aber der Verkauf von Pflanzen fast gegen Null . Auch sind mir sehr wenige Gärten bekannt in denen diese Pflanzen vorkommen. Sehr zu Unrecht den sie wächst sehr viel Langsamer als ihre Schwester die Actinia chinesisch. Bringt bereit ab dem zweiten Jahr schöne Früchte. Anfänglich gab es hier auch Sorten die zweihäusig waren und bei denen man zwei Pflanzen setzen musste. Hier ist allerdings mittlerweile die Güte der einhäusigen Sorten gestiegen. Als Empfehlung geben wir immer wieder raus entweder

die Sorte „Issai „mit richtig grünen Früchten

oder die Weiki mit grün leicht roten Früchten.

Viele andere Sorten dieser Gruppe. werden angeboten bzw. sind von Versuchsanstalten getestet worden.

Schnittmaßnahmmen.

Gerade für sehr kleine Gärten und mit den wenigsten schnittmaßnahmen sind hier die Kiwi der Actinidia arguta Gruppe zu nennen. Diese Pflanzen wachsen sehr schwach und werden nach 5 Jahren ca. 3-4 m hoch. Wegen des geringen Zuwachses müssen die Pflanzen eigentlich gar nicht geschnitten werden. Bei Bedarf kann man aber störende oder zurückgetrocknete Äste entfernen ansonsten ist nichts Weiteres nötig. Nach ca. 2 Jahren setzen die ersten Früchte an und können die nächsten Jahre fortwährend geerntet werden.

Schwieriger wegen des enormen Wachstums, auf gute Böden in einem Jahr bis zu 4 m. sind Schnittmaßnahmen bei der Gruppe der Actinidia chinensis zu betrachten. Hier muss man mindestens zwei besser drei Schnittmaßnahmen in Betracht ziehen.

Hauptsächlich werden diese Pflanzen als eintriebe Pflanzen angeboten. Beachten sollte man bei der Pflanzung das ein sonniger warmer Standort gewählt wird und ein der Pflanze gerechte Schlingmöglichkeit. Will man keinen Spalierschnitt mit mindestens drei Schnittmaßnahmen im Jahr vornehmen braucht die Pflanze ausreichend Platz zum Schlingen. EZB an einer Hauswand mit Drähten, eine Pergola oder einen Bogen (Rosenbogen) oder sonstige Möglichkeit. Zu beachten ist das auf Grund der Größe die Pflanze auch sehr schwer wird und das Untergestell oder die Drähte das aushalten muss. Gerade nach ein paar Jahren haben wir es erlebt das Billige Gestelle ohne die nötige Widerstandskraft mit der Pflanze nach einem Sturm umfielen, entweder war das Material durch Rotzersetzt oder die Materialstärke reichte für das Gewicht nicht aus.

Für die Schnittmaßnahmen geben wir zwei Möglichkeiten vor je nachdem wie intensiv man sich mit den Pflanzen befassen will.

Die Anzucht als Spalierpflanze schrägt die Pflanze stark ein und lässt sie damit auch in kleinen Flächen gut kultivierbar sein. Diese Anzucht ähnelt der Anzucht bei Trauben wie im Weinbau üblich. Bedingt aber mindestens drei Schnittmaßnahmen pro Jahr.

Die eintriebige Pflanze wird hierbei an sein Gestell (je nach Möglichkeit) gepflanzt und um ein Drittel eingekürzt. Sehr schnall bildet diese Pflanze drei bis fünf Seitentriebe die nach Möglichkeit nach Links oder rechts oder beides geleitet werden. Diese Seitentriebe lässt man je nach Platz nur ca. 50 cm bis zu 150 cm wachsen und kürzt dann die

Triebe um 10 cm ein. Diese Seitentriebe bilden somit wie im Weinbau üblich (oder Spalieranzucht bei Obst) die Tragtriebe und werden jedes Jahr dicker. Durch das einkürzen bilden sich anschließend ebenfalls Seitentriebe die man jetzt nach 30- 50 cm wieder einkürzt. Je nach Jahr und Wetter versucht die Pflanze diese Triebe immer wieder durch Neuaustrieb wachen zu lassen. Dies unterbindet man durch erneutes einkürzen. Ab dem 3-5 Jahr bildet die Pflanze an diesen dritten Seitentrieben die Blüten bzw. Früchte aus.

Diese Form Haupttrieb, erste Seitentriebe (Tragtriebe) und N

ebentriebe muss erhalten werden. Bedingt durch das starke Wachstum der Pflanzen versucht diese diese Form immer wieder durch neu Triebe zu umgehen. Es muss also eingegriffen werden und ausgelichtet oder auf Form geschnitten werden.

Freiwachsende Kiwi.

Da die wenigsten Privatleute diese strenge Anzuchtsform durchführen wollen bzw. durch das sehr starke Wachstum der Pflanzen überrascht sind hat sich mit der Zeit eine andere Erziehung einfach angeboten die nach unseren Erfahrungen gut praktikabel ist aber einen gewissen Platzbedarf benötigt. Wir haben an einen großen Bogen, der einen unsere Wege überspannt. Wege 5m breit Boden ist in der Mitte 3,50m hoch rechts und links jeweils eine Pflanze (Mann und Hayward) gesetzt und diese frei wachsen gelassen. Ähnlich haben es meine Schwiegereltern getan die das gesamte Gartenhaus Überwuchert haben lassen. Freunde haben an der Hauswand ein Holzspalier bewachsen lassen und als der Pflanze das zu wenig war mit Drähten den Hof überspannt so das aus Nebeneffekt Schatten entstanden ist. Schon nach zwei bis drei Jahren haben die Kiwis diesen Platzbedarf komplett abgedeckt. In dieser Zeit wurde ihnen erlaubt frei zu wachsen. Damit dieser Platzbedarf nicht ins unendliche weiter geht begann wir und die anderen dann alle überhängenden Triebe radikal abzuschneiden. Beim starken Wachstum der Pflanze muss das mindestens zweimal besser dreimal im Jahr passieren.

Zwar gibt es im Internet auch den Hinweis das die Pflanzen dann stark blutet, ja das stimmt und dies negativ für die Pflanze sei, das hat sich bei uns und anderen nicht bewahrheitet. Bei unseren Freunden die den Hof überwachsen haben lassen ist nach jedem Schnitt der Hof nass als hätte es geregnet aber seit vielen Jahren sind keine negativen Folgen aufgetreten. Bei uns kam es sogar vor das zweimal ein LKW den Boden total zerstört hat. Wir mussten die pflanzen dann bis auf 50 cm zurückschneiden und neu wachsen lassen. Auch hier haben die Kiwi da mittgemacht.

Nach ca. 3- 5 Jahren fangen die Sorten an zu tragen. Die Früchte sind im wildgewachsen Geäst überall verstreut. Gerade die großfruchtige Hayward hat hier ihren Vorteil den Aufgrund der Größe können sie sich bald nicht mehr verstecken und sind ab Herbst gut zu sehen und zu pflücken. Die Ernte sollte so lange wie möglich an der Pflanze verbleiben. Erst kurz vor gemeldeten Frösten sind die Früchte zu ernten und brauchen noch ca. 3- 4 Wochen bis sie Genuss reif sein. Meist in der Adventszeit können wir die ersten Früchte ernten. Bei Pflanzen mit genügend Platz kann ab einem Alter von 7-8 Jahren durchaus 500- 800 Früchte geerntet werden.

Hier die richtige Kiwi, Sorte Hayward , benötigt eine mänliche Pflanze dazu hat aber sehr große Früchte und ist seit über 40 Jahren hier bewährt
Hier die Stachelbbeer-Kiwi , Sorte Isaai

Früchte können wie Stachelbeeren direkt

vom Strauch gegessen werden

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