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Cupressus sem. Totem

Italienisches Zypressen

Cupressus sempervirens „Stricta„ und Cupressus sempervirens „Totem„

Italiensche Zypressen oder Toskana Zypressen sind bei uns seit Jahren beliebt. Bereits vor ca. 15 Jahren brachten wir die ersten Pflanzen von toskanischen Baumschulen mit. Damals handelte es sich um Cupressus sempervirens Stricta, also die Art, die man bei Besuchen in der Toskana oder anderen Mittelmeer-Ländern überall ausgepflanzt sieht. Sie wächst auch in unseren Böden sehr gut, muss aber vor allem in den Jugendjahren fast jedes Jahr geschnitten werden. Ansonsten verliert sie rasch ihre Form, da die Jungtriebe sich nach außen biegen, vor allem wenn das Gewicht der Früchte dies unterstützt. Erst mit erreichen eines gewissen Alters hört dieses nach außen biegen auf und sie nimmt ihre schlanke Form an. Mit einsetzen von stärkeren Wintern hatten wir hier in unserem Betrieb aber schon bald erfahren, das die Winterhärte der Cup. semp. Stricta begrenzt ist. Zwar stehen in guten Innenstadt Lagen Wiesbadens (sehr geschützt) einige über 20- jährige Exemplare, hier draußen, in unseren betrieblichen Feldlagen mussten wir aber in starken Wintern auch Verluste hinnehmen. Sehr erfreut waren wir als uns vor ca. 7 Jahren eine neue Züchtung, Cupressus semp. Totem angeboten wurde. Diese Sorte war von der Stricta kaum zu unterscheiden, wuchs allerdings etwas kompakter und musste nicht mehr so intensiv geschnitten werden, wie die Art. Aufgrund ihres langsameren kompakten Wuchses sollte sie eine höhere Winterhärte haben. Im Winter 2008/2009 nachdem wir 1 Jahr zuvor uns selbst im Garten Cupressus semp. Totem gepflanzt hatten, kam der erste extrem starke Winter. Bei den Cupressus semp. Stricta hatten wir, wie erwartet, starke Schäden bis hin zum Totalausfall. Unsere Cupressus semp. Totem zeigten in diesen Winter überhaupt keine Schäden. Unbeeindruckt Mitten in einer Windlage an unserem Eingang standen sie ohne Anzeichen von Erfrierungen. Diese Erfahrung zeigte uns, dass diese neue Sorte auch härtere Winter im Rhein- Main- Gebiet ohne Probleme übersteht. Doch in unserem Beruf lernt man nicht aus und die von unserem Altmeister der Stauden, Karl Förster, erhobene Forderung sich selbst eine Pflanze zu pflanzen und daraus zu lernen bleibt unwidersprochen bestehen. Der Winter 2009/2010 kam und war in Temperatur, Wind und klimatisch noch stärker und auch anders als der Winter davor. Schon Mitte März 2010 merkten wir, das mehr als die Hälfte unserer 12 Cupressus semp. Totem starke Erfrierungen zeigten. Da es in unserem Eingangsbereich war entschied meine Frau nochmals neue Cup. semp. Totem zu pflanzen. Wir verkaufen weiterhin in erster Linie die Sorte Cupressus semp. Totem, weil immer noch großes Interesse für solche Pflanzen besteht, aber wir weißen noch stärker auf unsere Erfahrungen hin dass es in extrem harten Wintern zu starken Erfrierungen und Ausfällen kommen kann. Jetzt im Januar 2011 sieht alles bisher wieder positiv aus, unsere eigenen Pflanzen stehen sehr gut da , wahrscheinlich hat das frühe und schneereiche Wetter zu keinen Schäden geführt. Außerdem müssen wir immer wieder auf kleinklimatologische Faktoren hinweisen, hier im Weinbaugebiet, vor allem in den Innenstadtlagen oder Rhein und Main-Ufer- Nähe gibt es so winterwarme Stellen, das trotz der letzten drei Wintern es bei solchen Pflanzen zu überhaupt keinen Schäden kam. Dies kann aber 100 m weiter schon anders sein. Wer solche mediterrane Pflanzen pflanzt, braucht auch ein gewisses Maß an Experimentierfreude. Einer unserer Kunden der sich schon lange damit befasst, hat gesagt, ich hatte 10 Jahre lang meinen Spaß daran, jetzt ist einmal was passiert, na und.

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